Bad News
Selbst zum Fake-News-Mogul werden — Desinformation durch Nachbauen durchschauen
Das Geschäftsmodell hinter Fake News — mit deutscher bpb-Fassung
Eine kostenlose Browser-Simulation der US-Entwicklerin Amanda Warner, ins Deutsche übertragen und herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung gemeinsam mit der Niedersächsischen Landeszentrale: Die Spielenden betreiben eine Fake-News-Website, kaufen oder plagiieren emotionalisierende Artikel, streuen sie über gefälschte Profile in Gruppen und verdienen an Werbeeinnahmen. Deutsche Fassung mit Handreichung und Arbeitsblättern.
Perfekt für eine Doppelstunde zu Desinformation ab Klasse 8, wenn fertiges Begleitmaterial gebraucht wird und die ökonomische Seite von Fake News im Mittelpunkt stehen soll.
Der Unterschied zu Bad News liegt in der Perspektive auf das Warum. Bad News erklärt, wie manipuliert wird; Fake It To Make It erklärt, warum es sich lohnt. Das Spiel ist eine Wirtschaftssimulation: Man startet mit einem kleinen Budget, muss Artikel beschaffen, Zielgruppen auswählen und Reichweite in Geld umwandeln. Dabei wird sichtbar, dass Desinformation im großen Stil selten ideologisch motiviert ist, sondern ein Geschäft mit Aufmerksamkeit — und dass sich Empörung schlicht besser verkauft als Differenzierung.
Diese ökonomische Perspektive ist didaktisch wertvoll, weil sie eine verbreitete Vorstellung korrigiert: dass hinter Falschmeldungen immer ein politischer Plan stehe. Das Spiel zeigt den banaleren Mechanismus — Klicks, Werbeeinnahmen, Skalierung. Für den Politik- und Wirtschaftsunterricht ergibt sich daraus die Anschlussfrage nach Plattformökonomie und Werbefinanzierung von Medien, die weiter trägt als der reine Faktencheck.
Die Grenzen sind zwei. Erstens ist das Spiel inhaltlich in der Zeit des US-Wahlkampfs 2016 verwurzelt; Beispiele und Milieus wirken nicht mehr taufrisch. Ob die deutsche Fassung inhaltlich aktualisiert wurde, ließ sich nicht klären. Zweitens braucht es mehr Zeit als Bad News — 30 bis 60 Minuten für eine sinnvolle Sitzung. Dafür ist die Materiallage die beste im Feld: Die bpb stellt eine didaktische Handreichung, Arbeitsblätter und Einstiegsbeispiele bereit, Games im Unterricht ein ausgearbeitetes Unterrichtskonzept für Sek I und II. Wer eine komplette Doppelstunde ohne eigene Vorbereitung braucht, ist hier richtiger als bei jedem anderen Titel dieser Liste.
Datenschutz: Keine Anmeldung, Spielstand wird im Browser gespeichert. Die bpb-Seite verweist auf ihre eigene Datenschutzerklärung; ob die Spieldomain tatsächlich auf bpb-Infrastruktur liegt und was sie protokolliert, war nicht zu klären.
Naheliegend ist eine Doppelstunde Politik oder Deutsch ab Klasse 8 mit der bpb-Handreichung: Die Klasse spielt 30–45 Minuten in Partnerarbeit und protokolliert, welche Artikel am meisten Geld eingebracht haben; anschließend wird ausgewertet, welche Eigenschaften diese Artikel gemeinsam hatten — Leitfrage: Wonach entscheidet sich, was sich verbreitet?
Denkbar ist außerdem eine Verknüpfung mit dem Wirtschaftsunterricht, in der die Klasse ausgehend vom Spiel das Geschäftsmodell werbefinanzierter Medien nachzeichnet und mit dem Finanzierungsmodell öffentlich-rechtlicher Angebote vergleicht.
Keine formale Einstufung (Browserspiel). Die bpb nennt keine Altersbeschränkung und empfiehlt den Einsatz ab etwa 12 Jahren, auch für Erwachsenenbildung.
30–60 Minuten Spielzeit pro Sitzung (bpb); das Unterrichtskonzept von Games im Unterricht rechnet mit 45–60 Minuten Spiel und insgesamt 2–4 Unterrichtsstunden.
Kostenlos, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung; keine Lizenz nötig (Quelle: https://www.bpb.de/lernen/games/fakeittomakeit/, abgerufen 09.09.2026).
Keine eigene DSGVO-Werbeaussage; die bpb-Seite verweist auf die Datenschutzerklärung der bpb. Keine Anmeldung, keine personenbezogenen Pflichtangaben, Spielstand im Browser. Ob die Spieldomain auf bpb-Infrastruktur liegt und welche Daten dort anfallen, ist nicht dokumentiert. Einsatz ohne Schülerdaten unproblematisch.
Screenshots folgen.
Ob ein Tool im Einsatz DSGVO-konform ist, hängt vom konkreten Einsatz ab — meine Einordnung ersetzt keine schulinterne Prüfung.
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