Polypad (Mathigon)
Virtuelle Mathe-Manipulative im Browser — Bruchstreifen, Algebra-Kacheln, Geometrie
Mathe-Puzzle-Apps, die Algebra und Geometrie ohne Zahlen erklären
Ob ein Tool im Einsatz DSGVO-konform ist, hängt vom konkreten Einsatz ab — meine Einordnung ersetzt keine schulinterne Prüfung.
Eine Familie von Mathe-Puzzle-Apps (ursprünglich vom norwegischen Studio WeWantToKnow, seit 2019 bei Kahoot!): „Algebra“ (ab 5 Jahren), „Algebra 2“ (ab 9, früher Algebra 12+), „Geometry“ (früher Elements) und „Numbers“. Das Besondere: Die Spielregeln *sind* die mathematischen Regeln — Kinder lösen Gleichungen, bevor sie wissen, dass es Gleichungen sind.
Perfekt für den Einstieg in Gleichungen in Klasse 5–7 und für den Anfangsunterricht Mathematik — als Verstehens-Vorlauf vor der formalen Einführung, auf Schul-iPads ohne Schülerkonten.
DragonBox Algebra ist das Standardbeispiel für gelungenes, intrinsisch integriertes Game-Based Learning — das Gegenstück zu Prodigy. Auf dem Bildschirm liegen Karten auf zwei Seiten eines Spielfelds; Ziel ist, die Box allein auf eine Seite zu bringen. Wer eine Karte auf der einen Seite hinzufügt, muss sie auch auf der anderen hinzufügen; eine Karte und ihr „Nachtbild“ heben sich auf. Erst nach Dutzenden Levels werden die Bilder schrittweise durch Zahlen und Variablen ersetzt — und die Kinder merken, dass sie die ganze Zeit Äquivalenzumformungen gemacht haben. Das ist die spielerische Form dessen, was in der Mathematikdidaktik als Aufbau von Grundvorstellungen bezeichnet wird: Die Operation wird zuerst als Handlung verstanden, dann formalisiert.
„Geometry“ (früher Elements) überträgt dasselbe Prinzip auf Euklid: Aus Formen und ihren Eigenschaften werden Beweisschritte, ohne dass das Wort „Beweis“ fällt. „Numbers“ arbeitet mit „Nooms“ — Figuren, die sich zerteilen und zusammenfügen lassen — als Zahlvorstellung für Erst- und Zweitklässler:innen.
Die Grenze: DragonBox baut Verständnis, aber keine Rechenroutine. Nach dem Spiel können Kinder Gleichungen strukturell lösen, brauchen aber weiterhin die klassische Übung mit Termen. Und die Übertragung vom Spiel auf das Heft passiert nicht von selbst — der Transfer muss im Unterricht explizit gemacht werden, etwa indem eine Spielsituation und die entsprechende Gleichung nebeneinander an die Tafel kommen. Zudem sind die Apps Einzelspieler-Erlebnisse ohne Klassenverwaltung; einen Lehrkräfte-Überblick über den Fortschritt gibt es nicht.
Preislich ist es unübersichtlich geworden: Die früheren Einmalkauf-Apps wurden 2021 durch „Kahoot! … by DragonBox“-Apps ersetzt, die über ein Kahoot!-Kids-Abo oder Einmalkauf pro App freigeschaltet werden; laut aktuellen App-Store-Versionshinweisen ist zumindest die Algebra-App inzwischen als Freemium mit täglichen Rätseln spielbar. Datenschutz: Kahoot! AS (Oslo) gibt an, die DSGVO einzuhalten, ist ISO-27001-zertifiziert und stellt einen AV-Vertrag bereit — nennt aber keinen Serverstandort. Für die Apps braucht es ein Kahoot!-Konto; im Unterricht ist deshalb der Einsatz über Lehrkraft- oder Schulgeräte ohne individuelle Schülerkonten der einfachste Weg.
Ein möglicher Einsatz ist der Vorlauf zur Einführung von Gleichungen in Mathematik, Klasse 6–7: Die Schüler:innen spielen auf Schul-iPads ohne individuelle Schülerkonten zwei bis drei Stunden lang DragonBox Algebra, bevor der Begriff „Äquivalenzumformung“ überhaupt fällt. Danach kommen eine Spielsituation und die entsprechende Gleichung nebeneinander an die Tafel — der Transfer vom Spiel ins Heft muss explizit gemacht werden.
Denkbar ist außerdem „Numbers“ im Anfangsunterricht der Klassen 1–2 zum Aufbau der Zahlvorstellung durch Zerlegen und Zusammensetzen der „Nooms“.
Apps kostenlos herunterladbar; Freischaltung über Kahoot!-Kids-Abo (2,99 US-$/Monat bei Jahreszahlung, regulär 3,99; 5,99 US-$ monatlich) oder Einmalkauf pro App (19,99 US-$) laut App-Store-Listings (Quellen: https://kahoot.com/register/pricing-kahoot-kids/, https://apps.apple.com/us/app/kahoot-algebra-by-dragonbox/id1550574178, abgerufen 06.09.2026). Welche Kahoot!-Schulpläne die DragonBox-Apps einschließen, ist auf der Schulpreisseite nicht ausgewiesen.
Beworben als DSGVO-konform: Kahoot! AS (Oslo) erklärt in der Datenschutzerklärung die Einhaltung von DSGVO und UK-GDPR, ist ISO-27001-zertifiziert, AV-Vertrag unter trust.kahoot.com/dpa. Serverstandort nicht angegeben, Datenverarbeitung außerhalb des Wohnsitzlandes möglich. Einordnung: Nutzung über Lehrkraft-/Schulgeräte ohne Schülerkonten empfohlen; bei Schülerkonten schulische Freigabe einholen.
Ob ein Tool im Einsatz DSGVO-konform ist, hängt vom konkreten Einsatz ab — meine Einordnung ersetzt keine schulinterne Prüfung.
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