Path Out
Autobiografische Fluchtgeschichte als Pixel-Adventure — kostenlos, mit Klassenzimmer-Version
Eine Flucht im Messenger-Chat — 19 Enden, USK 12, unter drei Euro
Eine interaktive Erzählung von The Pixel Hunt und ARTE France, aufgebaut wie ein Messenger-Chat: Die Spielenden sind Majd, der in Syrien zurückbleibt, und begleiten seine Frau Nour per Textnachricht auf ihrer Flucht nach Europa. Jede Antwort beeinflusst ihre Route. Über 50 Stationen, 19 verschiedene Enden, deutsche Fassung, USK 12 auf Switch und Android.
Perfekt für eine Doppelstunde zum Thema Flucht in Klasse 8–10, wenn ein kurzes, günstiges und für die Sek I freigegebenes Spiel gebraucht wird.
Die Form ist die Botschaft. Bury Me, My Love sieht aus wie ein Chatverlauf auf dem eigenen Handy, und diese Vertrautheit erzeugt eine Nähe, die keine Spielgrafik herstellen könnte. Die Spielenden lesen nicht über eine Flucht, sie warten auf Antworten — und wenn Nour stundenlang nicht schreibt, weil sie in einem Boot sitzt, ist das keine Zwischensequenz, sondern eine Leerstelle. Grundlage ist eine Reportage von Lucie Soullier für Le Monde, die reale Chatverläufe syrischer Geflüchteter ausgewertet hat.
Didaktisch ist der Zuschnitt für die Sek I bemerkenswert günstig: USK 12, kurze Sitzungen, niedrige Einstiegshürde, deutsche Fassung, unter drei Euro. Damit ist es eines der wenigen ernsthaften Spiele zum Thema Flucht, das nicht erst ab Klasse 10 einsetzbar ist. Die 19 Enden laden zum Vergleich ein — wenn mehrere Gruppen parallel spielen, entstehen unterschiedliche Verläufe, und die Auswertung kann daran ansetzen: Warum ist Nour bei euch in Ungarn gestrandet und bei uns nicht? Welche Entscheidung war dafür verantwortlich, und hattet ihr die Information, die ihr gebraucht hättet?
Die Grenze liegt in der Rollenkonstruktion. Die Spielenden entscheiden aus sicherer Entfernung über den Weg einer anderen Person und tragen die Folgen nicht. Das ist einerseits das ehrlichste Abbild der Situation, andererseits eine Aufforderung zur Fehlinterpretation von Handlungsmacht. Die Nachbereitung sollte deshalb die Frage stellen, welche Entscheidungen Nour überhaupt selbst getroffen hat und welche ihr durch Grenzregime, Schleuser und Zufall abgenommen wurden. Wie bei allen Titeln dieses Themenfelds gilt zudem: In Lerngruppen mit eigener Fluchterfahrung kann das Material belasten — Teilnahme freiwillig halten. Games im Unterricht stellt ein ausgearbeitetes Unterrichtskonzept über drei Stunden bereit.
Datenschutz: Einzelspieler, kein Konto. Die Angaben der Stores widersprechen sich — Google Play weist keine Datenerhebung aus, das App-Store-Label nennt Gerätekennungen für Tracking durch Dritte.
Ein Einsatzszenario ist eine Doppelstunde in Klasse 8 bis 10: Kleingruppen spielen parallel je einen Durchgang auf Tablets oder Smartphones (rund 45 Minuten) und protokollieren ihre Entscheidungen; anschließend werden die verschiedenen Enden im Plenum verglichen — Leitfrage: Welche Entscheidung hat den Unterschied gemacht, und hattet ihr die Informationen, die es dafür gebraucht hätte?
Denkbar ist außerdem der Einsatz im Deutschunterricht als Untersuchungsgegenstand für digitale Erzählformen: Die Klasse analysiert, welche Wirkung die Chat-Form erzeugt, und schreibt anschließend selbst eine kurze verzweigte Chat-Erzählung, etwa mit Twine.
USK 12 (Nintendo Switch, Google Play, Hinweis „Angedeutete Gewalt und Kriegsthematik“); die Steam-Fassung zeigt für Deutschland eine Einstufung ab 16, App Store 13+. Spieleratgeber NRW empfiehlt ab 14.
Ein Durchgang rund 2 Stunden im Standardmodus; im beschleunigten Modus deutlich kürzer. Das Unterrichtskonzept von Games im Unterricht rechnet mit drei Unterrichtsstunden insgesamt. Für eine Doppelstunde: verkürzter Modus plus Auswertung.
Steam regulär 4,99 € (Quelle: Steam-Store-Seite, cc=de, abgerufen 09.09.2026, dort häufig rabattiert); App Store DE und Google Play DE je 2,99 € (Quellen: App Store DE, Google Play DE). Switch-eShop-Preis nicht abgerufen. Keine Schullizenz gefunden.
Keine DSGVO-Werbeaussage. Einzelspieler ohne Konto; die Datenschutzerklärung des Entwicklers gibt an, keine spezifische Datenerhebung zu betreiben. Die Store-Angaben widersprechen sich: Google Play meldet keine Datenerhebung, das App-Store-Label nennt Gerätekennungen zu Werbezwecken. Auf verwalteten Schulgeräten mit Blick auf diese Angabe einsetzbar.
Screenshots folgen.
Ob ein Tool im Einsatz DSGVO-konform ist, hängt vom konkreten Einsatz ab — meine Einordnung ersetzt keine schulinterne Prüfung.
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