PhET Interactive Simulations
Kostenlose, forschungsbasierte Simulationen für Physik, Chemie, Biologie und Mathe
Klimapolitik am Regler — Szenarien bis 2100 in Echtzeit durchrechnen
Ein kostenloser Klimasimulator von Climate Interactive und der MIT Sloan School of Management: Über rund 20 Regler (Kohlepreis, Erneuerbare, Elektrifizierung, Aufforstung, Methan, Bevölkerungswachstum) verändern die Nutzenden globale Politikannahmen und sehen sofort, wie sich die Erwärmung bis 2100 entwickelt. Browserbasiert, deutsche Oberfläche, kein Konto.
Perfekt für Oberstufenkurse, Seminarfächer und Projekttage zum Klimawandel, wenn Schüler:innen die Wirksamkeit politischer Maßnahmen selbst durchrechnen und begründen sollen.
En-ROADS ist kein Spiel, sondern ein systemdynamisches Modell mit Spieloberfläche — und für die Oberstufe genau deshalb wertvoll. Der übliche Klimaunterricht vermittelt Ursachen und Folgen; En-ROADS vermittelt Größenordnungen. Wer den Regler für Erneuerbare bis zum Anschlag zieht, sieht die Kurve kaum wandern und muss erklären, warum. Diese Erfahrung — dass die naheliegende Maßnahme allein wenig bewirkt und erst Kombinationen etwas verschieben — lässt sich mit Text kaum erzeugen. Sie widerspricht sowohl der Vorstellung, ein einzelner Hebel genüge, als auch der Resignation, es sei ohnehin egal.
Didaktisch ist das eine Simulation im engeren Sinn: ein reduziertes, aber wissenschaftlich fundiertes Modell, an dem Hypothesen geprüft werden. Der Fallstrick ist derselbe wie bei jeder offenen Simulation — ungesteuertes Herumschieben erzeugt Aha-Effekte ohne Erkenntnis. Bewährt hat sich das vom Anbieter selbst entwickelte Rollenspiel „Climate Action Simulation“, bei dem die Teilnehmenden Interessengruppen vertreten (Energiewirtschaft, Industrie, Landwirtschaft, Klimabewegung, Weltregionen) und in einer simulierten Klimakonferenz verhandeln, während ihre Beschlüsse live ins Modell eingegeben werden. Das verwandelt eine Parameterübung in eine Aushandlung — und macht nebenbei sichtbar, warum reale Klimapolitik langsam ist. Auf Deutsch liegen dazu ein Moderatorenhandbuch und Materialien vor, unter anderem gefördert vom baden-württembergischen Umweltministerium.
Die Anforderungen sind allerdings hoch. Das Modell ist komplex, die Fachbegriffe englisch geprägt, und die Rollenspielvariante braucht zwei bis vier Stunden und eine vorbereitete Moderation. Für die Sek I ist das zu viel; sinnvoll wird es ab der Oberstufe, in Seminarfächern, Projekttagen oder Klimaprojektwochen. Zur Wirksamkeit gibt es inzwischen eine Untersuchung: Rooney-Varga und Kollegen berichteten 2025 in Communications Earth & Environment über 1.246 Teilnehmende in 33 Durchläufen, mit Wissenszuwächsen, die nach sechs Monaten noch nachweisbar waren, und rund 30 Prozent, die von konkreten eigenen Handlungen berichteten.
Datenschutz: Der Simulator läuft ohne Konto und ohne Registrierung. Betreiber ist eine US-Organisation; die Datenschutzerklärung nennt Google Analytics und Speicherung freiwillig übermittelter Kontaktdaten, macht aber keine DSGVO-Aussage und nennt keinen Serverstandort.
Ein möglicher Einsatz ist eine Doppelstunde in einem Geografie- oder Naturwissenschaftskurs der Oberstufe: Die Lehrkraft projiziert den Simulator, die Kursgruppe nennt reihum die aus ihrer Sicht wirksamste Einzelmaßnahme, diese wird eingestellt und das Ergebnis abgelesen — bis sichtbar wird, dass keine einzelne Maßnahme genügt; anschließend sucht die Gruppe in Kleingruppen nach Kombinationen, die unter zwei Grad bleiben, und begründet ihre Auswahl.
Denkbar ist außerdem der Projekttag mit der „Climate Action Simulation“: Die Klasse übernimmt Interessengruppen, verhandelt in einer simulierten Klimakonferenz und sieht ihre Beschlüsse live im Modell — Zeitbedarf zwei bis vier Stunden, deutsches Moderatorenhandbuch vorhanden.
Keine formale Einstufung (Webanwendung). Der Anbieter unterscheidet Aufgaben für jüngere und ältere Lernende; realistisch ab der Oberstufe.
Freies Erkunden mit Aufgabenstellung: 45–90 Minuten. „Climate Action Simulation“ als Rollenspiel: 2–3 Stunden (deutsches Handbuch: 2–4 Stunden, 20–50 Teilnehmende). Kurzformate ab 30 Minuten sind möglich, verlieren aber den Aushandlungsanteil.
Kostenlos und frei verfügbar; alle Materialien der Climate Action Simulation stehen unter CC BY 4.0 zur Verfügung, das Trainingsprogramm für Moderierende ist kostenfrei (Quellen: https://www.climateinteractive.org/de/, https://www.climateinteractive.org/climate-action-simulation-resources/, abgerufen 09.09.2026).
Keine DSGVO-Werbeaussage. Betreiber ist eine US-Organisation (Climate Interactive, Projekt des New Venture Fund); die Datenschutzerklärung nennt Google Analytics mit IP-Erfassung und die Speicherung freiwillig übermittelter Kontaktdaten in Mailchimp und Salesforce, ohne Angabe zum Serverstandort. Der Simulator selbst benötigt kein Konto. Einordnung: Einsatz ohne Schülerdaten unproblematisch; für Anmeldungen zu Trainings gilt die übliche Zurückhaltung bei US-Diensten.
Screenshots folgen.
Ob ein Tool im Einsatz DSGVO-konform ist, hängt vom konkreten Einsatz ab — meine Einordnung ersetzt keine schulinterne Prüfung.
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