PhET Interactive Simulations
Kostenlose, forschungsbasierte Simulationen für Physik, Chemie, Biologie und Mathe
Mehr als 150 interaktive Browser-Simulationen zu Physik, Chemie, Biologie, Geowissenschaften und Mathematik — von der University of Colorado Boulder entwickelt, kostenlos, quelloffen und in über 40 Sprachen, darunter Deutsch. Schüler:innen verändern Parameter (Masse, Ladung, Konzentration, Wellenlänge) und sehen sofort, was passiert.
Perfekt für
Perfekt für Physik- und Chemie-Stunden, in denen ein Realexperiment nicht möglich ist — als Vorentlastung, für Vorhersage-Beobachtung-Erklärung-Aufgaben oder zum Vergleich von Messwerten mit dem Modell.
Stärken
- Kostenlos, ohne Login, offline nutzbar (HTML-Download) — kein DSGVO-Aufwand
- Über 150 Simulationen, deutsch lokalisiert, quelloffen
- Macht Unsichtbares und Gefährliches manipulierbar (Atome, Ladungen, Gravitation)
- Vom Entwicklerteam mit Lernenden getestet, große Lehrkräfte-Community
Schwächen
- Kein Spiel mit Zielen oder Feedback — die Rahmung muss die Lehrkraft liefern
- Unterrichtsmaterialien überwiegend auf Englisch
- Übersetzungsqualität schwankt zwischen den Simulationen
- Ältere Java-/Flash-Simulationen laufen nicht mehr im Browser
Typische Einsatzszenarien
- Stromkreise bauen und Messwerte vorhersagen (Physik, Klasse 7–9)
- Teilchenmodell und Aggregatzustände sichtbar machen (Chemie, Klasse 7–8)
- Funktionsgraphen und Brüche als Modell erkunden (Mathematik, Klasse 5–8)
- Vertiefung nach dem Realexperiment: idealisiertes Modell vs. Messfehler
Ausführlicher Testbericht
PhET ist kein Spiel im engeren Sinn, sondern eine Sammlung explorativer Simulationen — und genau deshalb im Game-Based-Learning-Bestand die wichtigste Ergänzung für die Naturwissenschaften. Das Projekt wurde 2002 vom Physik-Nobelpreisträger Carl Wieman gegründet; die Simulationen werden nach eigenen Angaben mit Interviewstudien an Lernenden iterativ entwickelt und getestet. Das Prinzip ist immer gleich: Schüler:innen stellen an Reglern und Schaltern etwas ein, beobachten die Reaktion des Systems und bilden daraus Hypothesen. Reibung ausschalten, Gravitation verdoppeln, ein Atom ionisieren — Dinge, die im Schullabor unmöglich oder gefährlich sind, werden manipulierbar.
Didaktisch passt das zum forschend-entdeckenden Lernen (Inquiry-Based Learning). Wichtig ist die Einschränkung aus der Forschung: Reines Herumprobieren ohne Struktur bringt wenig, vor allem bei Lernenden mit wenig Vorwissen (Kirschner, Sweller & Clark, 2006). PhET selbst empfiehlt deshalb kurze Erkundungsaufträge mit einer Leitfrage statt offener „Spielzeit“ — und stellt auf der Website von Lehrkräften eingereichte Unterrichtsmaterialien bereit. Der Sweet Spot liegt bei Vorhersage-Beobachtung-Erklärung-Aufgaben: Erst schätzen, dann simulieren, dann diskutieren, warum die Erwartung nicht stimmte.
Schwächen: Die Materialsammlung ist überwiegend englischsprachig, die Übersetzungsqualität der Simulationen schwankt. Ältere Java- und Flash-Simulationen laufen nicht mehr im Browser; die HTML5-Versionen decken aber den Großteil des Schulstoffs ab. Und: Die Simulation ersetzt kein Realexperiment — sie ergänzt es, etwa zur Vorentlastung oder zur Vertiefung, wenn Messwerte des echten Versuchs mit dem idealisierten Modell verglichen werden sollen.
Datenschutz: Es gibt keine Schüleraccounts — die Registrierung ist laut Privacy Policy nur Lehrkräften und Erwachsenen vorbehalten. Simulationen laufen ohne Login im Browser, lassen sich als HTML-Datei herunterladen und offline (auch vom Schulserver) nutzen. Der Anbieter macht keine DSGVO-Aussage, erhebt laut eigener Angabe aber ohne Registrierung nur nicht-personenbezogene Nutzungsdaten (Google Analytics mit IP-Maskierung). Für den Einsatz ohne Schülerdaten aus unserer Sicht unproblematisch; wer sicher gehen will, lädt die Simulationen herunter.
Anwendungsbeispiel
Vorstellbar ist eine Vorhersage-Beobachtung-Erklärung-Aufgabe im Physikunterricht der Klassen 7–9 zum Stromkreis: Die Schüler:innen schätzen zuerst, wie sich die Stromstärke ändert, wenn ein zweiter Widerstand parallel geschaltet wird, bauen den Kreis dann in der Simulation und diskutieren, warum die Erwartung nicht stimmte — mit einem kurzen Erkundungsauftrag und einer Leitfrage, ohne Login; plane dafür etwa 20 Minuten ein.
Denkbar ist außerdem in Chemie, Klasse 7–8, das Teilchenmodell bei Aggregatzuständen sichtbar zu machen, oder nach dem Realexperiment die Messwerte mit dem idealisierten Modell zu vergleichen.
Preismodell (Quelle)
Kostenlos im Browser, alle Simulationen quelloffen (Quelle: https://phet.colorado.edu/en/about, abgerufen 06.09.2026). iPad-App 0,99 US-$ (Quelle: https://phet.colorado.edu/en/help-center/offline). Seit 2026 gibt es zusätzlich ein kostenpflichtiges Produkt „PhET Studio“ (anpassbare Simulationen, Lizenzmodell) — Preise sind auf der Seite nur per JavaScript sichtbar. Hinweis auf der Lizenzseite: Simulationen, die vor dem 29.03.2026 veröffentlicht wurden, stehen unter CC BY 4.0; für neuere gelten andere Bedingungen.
DSGVO-Einordnung
Keine DSGVO-Aussage des Anbieters (US-Universität). Keine Schüleraccounts vorgesehen; ohne Registrierung laut Privacy Policy nur nicht-personenbezogene Nutzungsdaten. Offline-Nutzung per Download möglich. Einordnung: für Unterricht ohne Schülerdaten unproblematisch; Hosting-Standort nicht angegeben.
Quellen
Screenshots
Technische Details
- Preismodell
- Kostenlos
- Datenschutz
Ob ein Tool im Einsatz DSGVO-konform ist, hängt vom konkreten Einsatz ab — meine Einordnung ersetzt keine schulinterne Prüfung.
- Server-Standort
- USA
- Offline nutzbar
- Ja
Für welche Fächer und Schulformen
Schulformen
Fächer
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