Unterrichtshelden

Code.org (CodeAI)

Kostenlose Blockprogrammier-Kurse mit Spielfiguren — vom Labyrinth bis zum eigenen Spiel

gamesonstigesKostenlos
GrundschuleSekundarstufe IInformatik

Die US-Non-Profit Code.org — seit Juni 2026 unter dem Namen „CodeAI“ — bietet kostenlose, browserbasierte Informatik-Kurse für alle Jahrgänge. Bekannt geworden ist sie durch die „Hour of Code“ (inzwischen „Hour of AI“): einstündige Puzzle-Lektionen, in denen Kinder Spielfiguren per Blockprogrammierung durch Labyrinthe steuern. Der Kurs „CS Fundamentals“ deckt Klasse 1–6 ab, „CS Discoveries“ Klasse 6–10.

Perfekt für

Perfekt für den allerersten Programmier-Einstieg in Klasse 3–7 und für Vertretungs- oder Projektstunden, in denen eine Lehrkraft ohne Informatik-Fakultas eine Stunde „Hour of Code“ anbieten will.

Stärken

  • Kostenlos, ohne Konto spielbar, Oberfläche auf Deutsch
  • Geführter Lehrgang mit klarer Konzept-Progression — auch ohne Informatik-Hintergrund unterrichtbar
  • Fertige Unterrichtspläne, Unplugged-Aktivitäten und Lehrkräfte-Dashboard
  • Nahtloser Übergang zu Scratch oder textbasiertem Code

Schwächen

  • Puzzle-Format lässt wenig Raum für eigene Projekte
  • Schülerkonten liegen auf US-Servern, Transfer über Art.-49-Ausnahme
  • Übersetzungsgrad der Kurse uneinheitlich
  • Strategische Neuausrichtung auf KI-Themen — Block-Kurse werden nicht mehr im Zentrum stehen

Typische Einsatzszenarien

  • Hour of Code als Projektstunde (Klasse 3–7)
  • Einführung von Schleifen und Bedingungen vor dem Scratch-Projekt (Klasse 5–6)
  • Wahlpflicht Informatik: CS Discoveries als Kursgerüst (Klasse 7–9)
  • Unplugged-Aktivitäten aus dem Kursmaterial ohne Geräte
Ausführlicher Testbericht

Code.org ist der niedrigschwelligste Einstieg ins Programmieren, den es gibt — und die Lücke unterhalb von Scratch und CodeCombat im Bestand. Die Puzzle-Lektionen arbeiten mit einem festen Aufgabenformat: Eine Figur soll ein Ziel erreichen, die Lernenden ziehen Blöcke („gehe vorwärts“, „wiederhole 4-mal“, „falls Weg links“) in ein Programm und starten es. Jede Lektion führt genau ein Konzept ein — Sequenz, Schleife, Bedingung, Ereignis, Variable — und übt es in fünf bis zwölf Puzzles. Das ist der Unterschied zu Scratch: Scratch ist eine offene Werkstatt, Code.org ein geführter Lehrgang. Für Lehrkräfte ohne Informatik-Hintergrund ist das ein großer Vorteil, weil die Progression schon steht.

Bildungswissenschaftlich spricht für den geführten Aufbau die Forschung zu Worked Examples und zur kognitiven Belastung (Sweller): Anfänger:innen profitieren von eng geführten Aufgaben mehr als von offenen Projekten. Die Kehrseite ist, dass Code.org-Puzzles wenig Raum für eigene Ideen lassen — erst in späteren Units („Spiel-Labor“, „App-Labor“) bauen Lernende eigene Programme. Ein sinnvoller Weg ist deshalb: Grundkonzepte mit Code.org, dann eigene Projekte in Scratch.

Die Umbenennung in CodeAI markiert eine inhaltliche Verschiebung: Neben den klassischen Informatik-Kursen gibt es jetzt „AI Discoveries“ und „AI Foundations“. Die Block-Kurse existieren weiter, das Material wird aber sichtbar auf KI-Themen ausgerichtet. Die Oberfläche ist auf Deutsch verfügbar; wie vollständig einzelne Kurstexte übersetzt sind, variiert.

Datenschutz: Die Puzzles laufen ohne Konto. Fortschritt speichern und Klassen verwalten geht nur mit Accounts — die laut Datenschutzerklärung auf Servern in den USA liegen. Code.org stützt den Datentransfer aus dem EWR ausdrücklich auf die Ausnahmen des Art. 49 DSGVO (Einwilligung) und weist selbst darauf hin, dass für die USA kein Angemessenheitsbeschluss zitiert wird. Für Schulen gibt es ein „Student Data Privacy Addendum“, aber keine DSGVO-Werbeaussage. Empfehlung: ohne Schülerkonten arbeiten, Fortschritt per Lehrkraft-Klassenkonto mit anonymen Namen oder gar nicht speichern.

Anwendungsbeispiel

Ein möglicher Einsatz ist eine „Hour of Code“ als Projektstunde in Klasse 3–7, auch ohne Informatik-Fakultas: Die Klasse arbeitet 45–60 Minuten ohne Konto durch eine Puzzle-Lektion, in der eine Figur per Block-Befehlen („gehe vorwärts“, „wiederhole 4-mal“) durch ein Labyrinth gesteuert wird; jede Lektion führt genau ein Konzept ein.

Denkbar ist außerdem, in Klasse 5–6 die Konzepte Schleife und Bedingung zunächst in zwei bis drei Code.org-Lektionen einzuführen und danach ein offenes Projekt in Scratch anzuschließen — erst geführter Lehrgang, dann Werkstatt.

Preismodell (Quelle)

Kostenlos; Kurse, Werkzeuge und Aktivitäten für Lernende sind frei, Materialien unter Creative-Commons-Lizenz (nicht-kommerziell) (Quelle: https://code.org/en-US, https://code.org/about, abgerufen 06.09.2026).

DSGVO-Einordnung

Keine DSGVO-Werbeaussage. Server in den USA; Datentransfer aus dem EWR laut Datenschutzerklärung auf Basis von Art. 49 DSGVO. Ohne Konto nutzbar. Einordnung: für Unterricht ohne Schülerkonten unproblematisch; Schülerkonten nur mit schulischer Freigabe.

Quellen

Screenshots
Screenshot: Code.org (CodeAI), Stand September 2026. Bildzitat der offiziellen Website zu Review-Zwecken; alle Rechte beim Anbieter.
Technische Details
Preismodell
Kostenlos
Datenschutz

Ob ein Tool im Einsatz DSGVO-konform ist, hängt vom konkreten Einsatz ab — meine Einordnung ersetzt keine schulinterne Prüfung.

Server-Standort
USA
Offline nutzbar
Nein
Für welche Fächer und Schulformen

Schulformen

grundschulesek1

Fächer

Informatik

Alternativen

Scratch

Blockbasierte Programmiersprache aus dem MIT — kostenlos und browserbasiert

Kostenlos

Swift Playground

Apples kostenlose Lern-App: Programmieren in Swift als Rätselwelt auf iPad und Mac

Kostenlos

CodeCombat

Python/JavaScript-Programmieren als Rollenspiel

Freemium

Kennst du Code.org (CodeAI) schon?

Teste es kostenlos und mach dir selbst ein Bild.